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6. Juni 2018

Gleise auf Nachhaltigkeit umstellen – wie weit ist der Weg eigentlich noch?

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Das Thema Nachhaltigkeit wurde letzte Woche mehrmals in Deutschland unter die Lupe genommen. Ein internationales Experten*innen-Gremium stellte gestern einen Bericht (Peer Review) vor. Die Expert*innen kommen darin zu dem Schluss, dass die Deutsche Nachhaltigkeitspolitik bisher noch nicht genügend greift. Gleichzeitig engagierten sich so viele Menschen wie nie zuvor bei den deutschen Aktionstagen "Taten für morgen" zum Thema Nachhaltigkeit. Klar ist, dass wir auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Deutschland sind, jedoch nicht ausreichend viele Gleise umgestellt sind. Es steht also zur Debatte, wie (ehrgeizig) wir diese Transformation angehen.

Mit unserem neuen Indikatorenkatalog möchte 2030Watch ein Werkzeug bieten, um die Nachhaltigkeitsagenda in Deutschland kritisch zu untersuchen. Wie wird Nachhaltigkeit in Deutschland eigentlich gemessen? Was könnte man messen? Was sollte man messen?

2030Watch untersucht anhand von Indikatoren, wie ambitioniert Deutschland die globalen Nachhaltigkeitsziele umsetzt. Die 2030Watch Indikatoren zeigen, dass der Handlungsbedarf in Deutschland noch viel größer ist, als es sich die Bundesregierung zum Ziel gemacht hat. Zum Beispiel hat sich die Bundesregierung bei SDG 5 - Geschlechtergerechtigkeit - ein Ziel bei Frauen in Führungspositionen für 2030 gesetzt, dass aber seit 2016 bereits gesetzliche Pflicht ist. 2030Watch bewertet daher dieses Ziel als wenig ambitioniert und fordert einen höheren Zielwert. Damit benennen wir einen größeren Handlungsbedarf.

2030Watch weist auch auf fehlende Themen in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie hin.

Am gestrigen Weltumwelttag (5. Juni) wurde durch die UN das drängende Thema Plastikmüll mit einem neuen Bericht hervorgehoben; Ein Spiegel Online-Beitrag zitiert den Leiter des UNO-Umweltprogramms Erik Solheim: "Machen wir so weiter wie bisher, wiegt der Plastikmüll im Meer im Jahr 2050 genauso viel wie alle Fische zusammen." Neben der EU Plastikstrategie 2018 fordert auch das BMZ einen Kampf gegen Plastikmüll. Warum fehlt dieses Thema in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie?

Stattdessen hat sich die Bundesregierung bei SDG 12 - Nachhaltiger Konsum und Produktion - zum Ziel gesetzt, Konsum von Nachhaltigen Produkten zu erhöhen, ohne auf die allgemeine Plastikverbräuche einzugehen. 2030Watch fordert ein Umdenken weg vom besseren Konsum zu weniger Konsum und zieht hierzu Indikatoren zu Verpackungsmüll und Verbrauch von Wasserflaschen hinzu, um auf die untragbaren Umweltkosten hinzuweisen.

Fazit, um Nachhaltigkeit ambitioniert umzusetzen, brauchen wir ehrgeizige Indikatoren.

Bei 2030Watch kannst du zu jedem SDG folgendes finden:

  • Welche Indikatoren finden sich bei der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS)?
  • Wie treffend sind deren Zielwerte?
  • Wie könnte man die Zielerreichung besser messen?
  • Welche Themen fehlen?
  • Und welche Verantwortung übernimmt Deutschland zu den internationalen Auswirkungen auf internationale Rahmenbedingungen?
Außerdem kannst du bei uns die Daten zu den Indikatoren sowie bald auch die dazugehörigen Grafiken herunterladen und teilen.

Über den Sommer bauen wir 2030Watch noch weiter aus. Neben den Inhalten zu allen SDGs, freuen wir uns auch über Feedback zu anderen gewünschten Features und auch über Organisationen, die bei uns als Datenpate einen Indikator adoptieren oder einbringen möchten.

Ich freue mich über Nachrichten: rebecca.buchholz@okfn.de

*Nachwort: Übrigens noch haben wir bisher die Inhalte zu SDG 2, SDG 5, SDG 9, SDG 12, SDG 16 live, in den nächsten Wochen werden Indikatoren zu allen SDGs hochgeladen sein.

2030Watch in aller Kürze

Was?

Wir diskutieren anhand von Indikatoren, wie ambitioniert Deutschland die Agenda 2030 umsetzt.

Warum?

Die Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland muss kritischer werden.

Wie?

Unsere Indikatoren zeigen fehlende Themen, bessere Zielwerte und damit mehr Verantwortung.